Demo Ein-Europa-Für-Alle

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Deutschlandweit fanden verschiedene Demos für Europa statt. Wir waren in Köln dabei.

Die Europawahlen am 26. Mai stehen vor der Tür – für uns Grund, noch einmal richtig Dampf zu machen für mehr Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit auf unserem Kontinent. Noch berauscht vom Erfolg  der Vortagsdemo am 18. Mai 2019 in Koblenz mit rund 1000 Teilnehmern stiegen wir gut gelaunt in den Zug zur nächsten Ein-Europa-Für-Alle-Demo in Köln. Ab Bonn verwandelte sich der bis dahin spärlich besetzte Regionalexpress in einen Zug voller munterer Menschen mit verschiedensten Fahnen zahlreicher sozial und ökologisch orientierter Organisationen.

Die Demo begann mit Kundgebungen am Kölner Dom, die uns darauf einschworen, dem Nichtstun der Politik bei vielen drängenden Problemen nicht länger zuzusehen, sondern laut zu werden, auf die Straße zu gehen und nachhaltige Lösungen zu fordern. Angesichts der voranschreitenden Klimakatastrophe, der ungeklärten Flüchtlingsfrage und der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich in Europa gab es mehr als genug Stoff für flammende Reden.
Derart in Stimmung versetzt begannen wir unseren einstündigen Zug als Sternmarsch aus vier Richtungen hin zur Hauptbühne der Veranstaltung am Rheinufer in Deutz. Trotz der Entschlossenheit aller Demonstrierenden, etwas zu ändern, aktiv zu werden und festgefahrene Wege zu überwinden, war die Stimmung friedlich und von Fröhlichkeit und Solidarität geprägt. Dabei war die Menge überaus heterogen: Es demonstrierten Junge und Alte, Menschen verschiedenster Ethnien und Sprachen, zahlreiche Parteien, NGOs und Gewerkschaften. Das Großaufgebot der Polizei zeigte uns, dass Großdemos wohl leider nicht immer so friedlich verlaufen. Doch am heutigen Tage waren die Beamten ausschließlich mit Zusehen beschäftigt.

Am Zielort der Demo am Rheinufer angekommen suchten wir uns ein schattiges Plätzchen unter Bäumen und lauschten von dort den Rede- und Livemusik-Beiträgen auf der großen Bühne. Wir waren elektrisiert von der puren Menge an Menschen, die dem Aufruf gefolgt waren – die Veranstalter gehen von bis zu 45.000 Besuchern aus! Das ist ein großartiges Signal in Richtung der Politik, die Probleme in Europa anzugehen, anstatt sie auf kommende Generationen zu verschieben. Aber ebenso ist das ein Zeichen lebendiger Demokratie und hat hoffentlich so manchen unbeteiligten Passanten aufhorchen lassen: Huch, es gibt ja noch Menschen, die auf die Straße gehen, sich für Politik interessieren, die Dinge in die Hand nehmen und sie nicht den anderen überlassen.

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