Das große Insektensterben

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Das weltweite Insektensterben stellt eine große Bedrohung für viele ökologische Kreisläufe da. Der Biologe Dr. Andreas H. Segerer versucht über diese Gefahr aufzuklären und gibt Tipps, was man selbst gegen das Sterben tun kann.

Am Donnerstag, den 06.06.2019, besuchten vier Ehrenamtliche unserer Ortsgruppe einen Vortrag des Biologen und Buchautors Andreas H. Serger, der über „das große Insektensterben“ referierte. In seinem Vortrag ging darauf ein, was das Insektensterben für uns bedeutet, und was wir jetzt tun müssen.

Wie vielen Menschen schon bewusst ist, nehmen Insekten eine Schlüsselrolle in unserem Ökosystem ein. Sie sind Bestäuber und dienen Vögeln und anderen Tieren als Nahrungsquelle. Außerdem sind Insekten wichtige Recycler und Regulierer von Nährstoffflüssen und sorgen somit dafür, dass Kadaver und Kot schneller verwesen oder abgebaut werden. Ohne Insekten fehlen wichtige Zersetzer und Reststoffe verschimmeln vermehrt. Durch ihre Abbautätigkeit werden gefährliche Krankheiten eliminiert und die Gefahr von Seuchen wird gebannt.

Als Hauptgründe für das Insektensterben benannte Herr Serger den Lebensraumschwund, der durch Überdüngung und Pestizideinsatz entstanden ist.

Ein Grund, den wir für gravierender gehalten hatten, als er es ist: Der Klimawandel. Die Insekten in Deutschland sind an stark schwankende Temperaturen angepasst. Anders als ihre tropischen Artgenossen, die nur das dortige Klima gewohnt sind – für sie wird der Klimawandel zum Hauptproblem – sind viele der heimischen Insektenarten an die schwankenden Temperaturen relativ gut angepasst.

Das Insektensterben wird schwerwiegende Folgen für Mensch und Umwelt haben. Wir Menschen werden zu einer hohen Wahrscheinlichkeit an Hungersnöten leiden und nach Einschätzung von Herrn Serger wird das die Menschheit noch eher auslöschen, als der Klimawandel.

Entscheidende Sofortmaßnahmen, um das seit 1849 bekannte Artensterben zu bremsen, wären:

1. Mehr Öko- weniger Stickstoffdüngung und weniger Insektizid- und Pestizideinsatz.

2. Vernetzte Biotope – mehr Blühwiesen und Blühstreifen mit heimischen, wilden Arten.

3. Straßenränder nicht komplett abmähen.

4. Der eigene Garten; Weniger mähen, nicht mulchen, nicht düngen, keine Pestizide, keine Steinwüsten, keine Mähroboter.

5. Das eigene Konsum- und Wahlverhalten:

- Umweltschädlichkeit fließt nicht in den Preis

- Weniger tierische Produkte (Grund für Nährstoff- und Nitratbelastung)

- Bio und regional, wenn es möglich ist

6. Aktiv werden:

- In Umweltschutzverbänden und NGOs

- Volksbegehren initiieren

  • Lobbyismus für die Natur betreiben

 

Insgesamt war der Vortrag von Herrn Serger sehr interessant und informativ, wir lernten alle noch etwas hinzu und wurden motiviert, selbst aktiver für den Schutz der Insekten zu werden.